Alkohol-Probleme in NRW nehmen massiv zu


Düsseldorf (tor) Die Zahl der alkoholbedingten Klinikbehandlungen ist in NRW seit 2001 um 32 Prozent auf 75 000 gestiegen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Den stärksten Anstieg gab es in der Altersklasse von 15 bis 19 Jahren bei jungen Frauen (plus 353 Prozent auf 1845) und jungen Männern (plus 327 Prozent auf 3260). Die meisten Klinikbehandlungen entfallen auf 45- bis 49-Jährige (9978 Männer und 3574 Frauen). FDP-Gesundheitsexperte Stefan Romberg forderte als Reaktion auf die erschreckenden Zahlen mehr Prävention.

 

 

Publikation

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Lokalausgabe

Rheinische Post Düsseldorf

Erscheinungstag

Dienstag, den 14. Dezember 2010

Seite

1

 

 

 

Mehr Alkoholexzesse bei Jugendlichen

VON ANANDA MILZ

 

199 Jugendliche sind im Jahr 2009 mit einer Alkoholvergiftung in ein Düsseldorfer Krankenhaus gekommen. Damit verzeichnet die Landeshauptstadt einen dramatischen Zuwachs von Alkoholmissbrauch in dieser Altersgruppe. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes NRW stieg die Zahl der Betroffenen im Vergleich zum Vorjahr um 77,4 Prozent an und erreichte damit einen neuen Höchststand. „Seit 2003 sind die alkoholbedingten Klinik-Einlieferungen in der Region stark angestiegen“, erklärt auch Peter Hoffmann von der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) Düsseldorf. „Die aktuellen Zahlen sind alarmierend.“

 

Auch auf Landesebene gab es in den vergangenen Jahren eine deutliche Entwicklung. Insgesamt landeten in NRW im vergangenen Jahr 6578 Jugendliche nach schwerem Alkoholmissbrauch in einer Klinik. Laut Statistischem Landesamt sind seit den vergangenen sechs Jahren vor allem die sehr jungen Konsumenten immer stärker vertreten. In der Gruppe der Zehn- bis 15-Jährigen stieg der Wert in diesem Zeitraum um 95 Prozent an. Auch ist die Zahl der jungen Mädchen in dieser Altersgruppe mit 608 in 2009 um ein Viertel höher als bei Jungen mit 484 Fällen.

 

Um dem zunehmenden Alkoholmissbrauch entgegenzuwirken, sollen in den kommenden Wochen umfassende Präventionsmaßnahmen in Schulen in ganz Deutschland anlaufen. Auch 27 Düsseldorfer Schulen haben bereits zugesagt, an der Präventionskampagne „bunt statt blau“ teilzunehmen. Entwickelt von der DAK wird das Projekt von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens als Schirmherrin unterstützt.

 

Unter anderem können Schüler bei einem Plakatwettbewerb mit Kunst und Kreativität ein Zeichen setzen gegen das massive Trinken unter Jugendlichen. Das Ziel dieser Kampagne ist es nach Aussagen der Verantwortlichen, das Thema zeitnah auf den Stundenplan zu bringen - auch in Düsseldorf.

[]

 

 

Publikation

Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH

Lokalausgabe

Rheinische Post Düsseldorf

Erscheinungstag

Samstag, den 11. Dezember 2010

Seite

25