Um 0,8 Prozent gestiegen
Privates Geldvermögen in Deutschland steigt auf Rekordwert
Die Zinsen sind im Keller, dennoch wächst das Geldvermögen der
Privathaushalte in Deutschland. Viele legen mehr auf die hohe Kante. Sie
setzen dabei vor allem auf Anlagen, die als risikoarm gelten.
17.10.2017 04:55 Uhr
Trotz mickeriger Sparzinsen: Die Menschen in Deutschland sind so vermögend wie nie zuvor.
Die Menschen in Deutschland sind trotz mickeriger Sparzinsen in der Summe so vermögend wie nie zuvor.
Das Geldvermögen der privaten Haushalte kletterte im zweiten
Quartal dieses Jahres im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 0,8
Prozent auf den Rekordwert von rund 5723 Milliarden Euro. Das ermittelte
die Deutsche Bundesbank.
Berücksichtigt werden dabei Bargeld, Bankeinlagen,
Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen - nicht jedoch Immobilien.
Dank des robusten Arbeitsmarktes und steigender Reallöhne konnten viele
Menschen mehr auf die hohe Kante legen. Wie das Vermögen verteilt ist,
geht aus der Studie nicht hervor.
Mehr Geld als zu Jahresbeginn horteten die privaten
Haushalte als Bargeld oder parkten es als Sichteinlagen bei Banken -
also etwa auf Girokonten, deren Bestände man rasch umschichten kann.
Insgesamt 31 Milliarden Euro waren es den Angaben zufolge Endes des
zweiten Quartals. Aus Spareinlagen, Sparbriefen und Termineinlagen wie
beispielsweise Festgeld zogen sie hingegen Geld ab. Insgesamt belaufen
sich die Bestände der privaten Haushalte an Bargeld und Einlagen nun auf
rund 2248 Milliarden Euro.
In Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die ähnlich wie
Bankeinlagen als risikoarm gelten, investierten die Bundesbürger mehr
als 18 Milliarden Euro. Die Bestände summierten sich Ende des zweiten
Quartals auf rund 2157 Milliarden Euro. Die Vorliebe der privaten
Haushalte „für als besonders liquide und/oder risikoarm wahrgenommene
Anlageformen ist damit weiterhin ausgeprägt“, erklärte die Bundesbank.
Allerdings engagierten sich die als börsenscheu geltenden
Bundesbürger den Angaben zufolge stärker als zu Jahresbeginn an den
Kapitalmärkten. Sie kauften für gut 10 Milliarden Euro Anteile an
Investmentfonds. Zudem steckten sie wie im Vorquartal unter dem Strich
knapp 2 Milliarden Euro in Aktien und sonstige Anteilsscheine.
Allerdings sorgte die durchwachsene Entwicklung an den Börsen für
Bewertungsverluste, die für sich genommen das Geldvermögen um etwa 8
Milliarden Euro verringerten, wie die Notenbank erläuterte.
Zugleich nutzten die Bundesbürger die niedrigen Zinsen, um
sich günstig Kredite zu verschaffen - vor allem für den Wohnungsbau. Die
gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 1,1
Prozent auf 1695 Milliarden Euro. Unter dem Strich erhöhte sich das
Nettogeldvermögen im zweiten Quartal damit um 0,7 Prozent auf 4027
Milliarden Euro.
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