Weniger Straftaten, aber auch weniger Aufklärung

Weniger Straftaten, aber auch weniger Aufklärung

11.03.2015 | 17:14 Uhr

In Düsseldorf hat es in 2014 weniger Straftaten gegeben als im Jahr zuvor.

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Düsseldorf.
Kriminalitätsentwicklung 2014: Der Düsseldorfer Polizei machen nach wie
vor die reisenden Täter aus dem Ausland Probleme.

Die gute Nachricht zuerst: In Düsseldorf hat es in 2014 weniger
Straftaten gegeben als im Jahr zuvor. Mit insgesamt 86 071
Gesetzesüberschreitungen im Vergleich zu 87 610 in 2013 liegen die
Zahlen laut der Studie „Kriminalitätsentwicklung 2014“ knapp unter
Vorjahresniveau. „Das ist erst einmal ein gutes Signal“, sagte gestern
Polizeipräsident Norbert Wesseler, der sich gleichzeitig „betrübt“
darüber zeigte, dass die Aufklärungsquote von 44,84 Prozent (2013) auf
42,25 gesunken ist. Zum Vergleich: NRW-weit werden im Schnitt pro Jahr
deutlich mehr als 50 Prozent der Taten aufgedeckt.

Zehn Getötete

Dabei machen der Düsseldorfer Polizei nach wie vor die so genannten
reisenden Täter aus dem Ausland im Zusammenhang mit Wohnungseinbrüchen
zu schaffen. Rund 2500 Delikte dieser Art registrierten die Beamten im
vorigen Jahr, nur jeder zehnte Einbruch wurde aufgeklärt. „Wir haben es
immer mehr mit organisierten Banden zu tun, die Taten in Serie verüben,
deren Mitglieder aber – wenn überhaupt – nur eine Tat gestehen“, weiß
Kriminaldirektor Frank Kubicki. Zudem sei Düsseldorf wegen der Nähe zum
Ausland und den meist guten Vermögensverhältnissen seiner Bürger leider
ein gutes Pflaster für diese Art von Verbrechen.

Die Polizei registrierte im Vorjahr zehn Getötete (2013= 8), wobei
zwei Opfer allein auf das Konto des Amokläufers Yanqing T., einem
ehemaligen Koch, ging. Der aus China stammende Mann hatte am 28. Februar
2014 zwei Anwälte in einer Kanzlei am Höherweg mit Messerstichen ums
Leben gebracht und die Räume in Brand gesetzt, bevor er in Erkrath ein
weiteres Anwaltsbüro heimsuchte, in dem er eine Mitarbeiterin erschoss
und einen Anwalt lebensgefährlich verletzte.

Bemerkenswert: Vier Todesopfer sind 2014 wegen angeblichen
Behandlungsfehlern in Düsseldorfer Krankenhäusern zu beklagen. den
Ärzten wird jeweils „fahrlässige Tötung“ vorgeworfen.

Laut Studie deutlich in die Höhe schossen die Zahlen bei den
Fahrraddiebstählen. 4189 Bikes – 492 mehr als im Vorjahr – wurden im
Jahr 2014 gestohlen. Kubicki: „Das liegt auch daran, dass immer mehr
Leute Fahrrad fahren. Aber die Zahlen sind so, dass wir darauf unser
Augenmerk legen müssen.“

Positiv: In Bereichen wie Straßen- oder Rauschgiftkriminalität,
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung oder Fälschungsdelikte
gingen die Zahlen nach unten. „Viele unsere Ampeln stehen auf Grün“,
betont Kubicki daher. „Wir haben also in den vergangenen Jahren die
richtigen Schritte unternommen.“

Was Polizeipräsident Wesseler besonders freut, ist der Rückgang an
jugendlichen Straftätern. Mit der Zahl 2008 registriert die Behörde den
niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das, so Wesseler, habe sicher mit
der guten Netzwerkarbeit zwischen Staatsanwaltschaft, Stadt, Jugendhilfe
und Polizei zu tun. „Ich war selbst bei einigen Verhandlungen mit
jungen Intensivtätern dabei und war erstaunt, wir gut wir diese Täter
kennen.“

Stephan Wappner

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12.03.2015 - 12:26 Uhr

Kriminalstatistik 2014 Mehr Morde, weniger Straftaten aufgeklärt

Von
DIMITRI SOIBEL

Am 28. Februar 2014 tötete der Chinese Yanging T. zwei Menschen.
 Foto: dpa

Düsseldorf –  

Straftaten gegen das Leben. So sachlich nennt die
Polizei in ihrer Statistik die Anzahl der Taten, bei denen Kriminelle
versuchen, ihr Opfer umzubringen. Mit 21 solcher Straftaten beschäftigte
sich 2014 die Mordermittler. Im Jahr zuvor waren es gerade 12 mit 8
Toten.

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